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Die Zeche Rudolph ist eine der
typischen Kleinzechen, wie sie damals im Essener Süden
anzutreffen waren. Seit ihrer Stilllegung 1966 wird sie dem
Verfall überlassen. Als einziger Zeuge ist nur noch das
Maschinenhaus vorhanden. Ein Gebäude, dem längst Dach und
Fenster fehlen. Mauern mit Rissen drohen einzustürzen.
Überall wuchert die Natur und zerstört mit ihren Wurzeln das
Mauerwerk. Maschinen sind nicht mehr vorhanden. Mitten im
Wald gelegen, abseits von Wegen wird sie nicht mehr von
Wanderern beachtet.
Nähere Einzelheiten über das hier gezeigte "Maschinenhauses der
Zeche Rudolph 1" sind im Netz nicht zu finden. Gesichert ist
nur, dass sich an der Laupendahler Strasse bei Schloss Oefte,
ca. 1,2 km westlich, die Zeche Rudolf befand. In der Chronik
dieser Zeche (s. u.) ist der Schacht Wilhelm genannt, der 1899
westlich des Gasthauses Timpen abgetäuft wurde. Ob dieser
Schacht mit diesem "Maschinenhaus" in Verbindung stand und ob
hier jemals gefördert wurde, ist ebenfalls unklar.
Angesichts des Gebäudezustandes ist das Betreten sicherlich
nicht gefahrlos und sollte nur in Begleitung erfolgen, zumal es
abseits der Wege liegt.
Erstaunlich, dass die Ruine nicht abgesperrt ist.
Wegebeschreibung:
Ausgangspunkt Gasthaus „Zum Timpen“ in Essen-Heidhausen
- 200m in südlicher Richtung bis zum Öfter Bach
- dort rechts abbiegen und dem Weg in westlicher Richtung
parallel zum Bach 350m folgen
- rechtswinklig rechts hoch in den Wald (nordöstliche
Richtung, 180m), an einer flachen Mauer links vorbei (nicht drüber klettern),
über eine Lichtung und dann sieht man sie plötzlich hinter dichtem Laub.

Maschinenhaus der Zeche Rudolph I
Fotos vom 26. April 2008 |
Geschichte der Zeche
Vereinigte Rudolf - Essen, Laupendahler Straße
Vor 1830: Abbau über der Stollensohle, Mundloch an der Ruhr nahe
Haus Oefte
Um 1831: Schacht in Förderung, später in Fristen
1866/1867 entstanden durch Konsolidierung von Rudolph und
Catharina Wilhelmina, Berechtsame: 3 Geviertfelder
1872: Wiederinbetriebnahme: Teufen tonnlägiger Schacht, Kohlen
über der Stollensohle bereits abgebaut
1873: 2048 t, 31 B
1875: tonnlägiger Schacht bis Bausohle in ca. 50 m Teufe
1877: 527 t, 18 B
1878: Stilllegung
1886: Plan und Inangriffnahme eines neuen Tiefbaus, aber wegen
des fehlenden Geldes keine Realisierung
1893: Wiederaufnahme eines Stollenbetriebes, keine Förderung
1894: Stilllegung
1898: zum Jahresende Wiederinbetriebnahme, 2 B
1899: Beginn Schacht Wilhelm ( in Heidhausen, westlich der
Straße " Zum Timpen"), Berechtsame: 4 Geviertfelder, 46 B
1900: Auffahrung von Querschlägen auf der angesetzten 90 mS: 300
m nach Norden und 200 m nach Süden, Tieferteufen Schacht, 899 t,
120 B
1901: Konkurs und Stilllegung
1925/26: Stollenbau (nahe Schevener Krug)
1948: Wiederinbetriebnahme unter dem Namen Rudolph
1948: Inbetriebnahme, Berechtsame: 4 Geviertfelder
1949: Januar: Betriebseinstellung
1951: Wiederinbetriebnahme, 4977 t, 66 B
1955 : 38139 t, 82 B
1957: 1 Förder- und 3 Wetterschächte, Fördersohle = 60 m, max.
Förderung: 49296 t, 107 B
1960: 30445 t, 112 B
1965: 32314 t, 87 B
1966: 20.5.Stillegung
Quelle: Huske, Joachim: Die Steinkohlenzechen im Ruhrrevier.
Daten und Fakten von den Anfängen bis 1997, Bochum 1998
Diese Zeche an der Laupendahler
Straße wurde nach der
Stilllegung vollständig abgerissen und sämtliche Spuren
beseitigt. |