Günter Pilger

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Wassertürme in Essen

Wassertürme sind ähnlich wie Kirchtürme weithin sichtbare Wahrzeichen ihres Stadtteiles. Unterstützt wird diese Eigenschaft durch ihre oftmals erhöhte Lage in der Umgebung. Diese Landmarkenfunktion steht hier im Vordergrund und nicht ihre Bedeutung für die Wasserversorgung. Nur vollständigkeitshalber zeige ich auch hinter Bäumen gut "getarnte" Wasserbehälter, die für das Stadtbild ohne Bedeutung sind.  Stand Nov. 2007


1. Klassische Wassertürme, Denkmäler

Wasserturm Essen-Huttrop

Wasserturm Essen-Huttrop
Lage: Essen-Ost, Steeler Str. 137
Gebaut von 1883-1884 nach Plänen von Otto Intze. Der Tank aus Schmiedeeisen hat ein Fassungsvermögen von 2000 m³. Nach schweren Kriegsschäden 1949 in stark vereinfachter Fassade wiederaufgebaut.
 

 

Ornament
Reste des alten Ornaments unterhalb der oberen Fenstereihe.

 

 

Am 19. März 1920 kam es hier zu bürgerkriegsähnlichen Kämpfen. Bürgerwehr und Polizei verschanzten sich im Turm, um ihn gegen Trupps der "Roten Armee" (eine Antwort auf den Kapp-Putsch) zu verteidigen. Elf Verteidiger starben bei den Kämpfen.

Wasserturm Essen-Bredeney
Wasserturm Essen-Bredeney
Lage: Bredeney, Walter-Sachsse-Weg
Ein nach oben sich verjüngender Betonbau mit 6-eckigem Grundriss, darüber umlaufende Balustrade, darauf kugelförmiger Aufsatz aus Stahl. Stillgelegt, Umbau zu Wohnzwecken ca. im Jahr 2000.

Wasserturm Frillendorfer Höhe
Wasserturm Frillendorfer Höhe
Lage: Frillendorf, Ernestinenstraße.
Gebaut 1925 nach Entwürfen des Architekten Arnold. Fassungsvermögen 2000
. Ein zylinderförmiger Bau mit innenliegendem Treppenhaus und spitzwinkligen Aussteifungsrippen außen. Die Klinkerfassade ist mit wenigen, dunkleren Steinen punktförmig verziert. Im oberen Bereich sind Ornamente angebracht.
Ansicht Rückseite (Nur während der Bauarbeiten erreichbar)

 

Wasserturm Essen-Bedingrade
Wasserturm Essen-Bedingrade
Lage: Bedingrade, Frintroper Str. 326
Mit Backsteinen kreisrund gemauert, nach oben hin verjüngt, untergliedert durch Gesimse und Blindfenster in verschiedenen Formen, abschließend ein spitzbogiger Fries, oben drauf ein moderner Metallbehälter.

Wasserturm Essen-Steele
Wasserturm Essen-Steele
Lage: Steele, Laurentiusweg 83
Der dreistöckige Ziegelbau mit einem 1000 m³ fassenden Stahlblechtank wurde 1898 errichtet. Nach der Stilllegung 1984 wurde er verkauft und 1986 grundlegend restauriert. Er beherbergte bis 2006 eine Galerie. Jetzige Nutzung als Büro mit 300 qm Fläche. Der Turm ist seit 14.05.1987 ein Baudenkmal.

2. Moderne Zweckbauten

Wasserturm Mülheim-Fulerum
Wasserturm Mülheim-Fulerum
Lage: Mülheim, Velauer Str.
Zwar in Mülheim gelegen, aber direkt an der Stadtgrenze zu Essen. Da der dreisäulige Turm in weiten Teilen des Essener Westens zu sehen ist, wird er hier mit aufgeführt.

Wasserturm Essen-Byfang
Wasserturm Essen-Byfang
Lage: Byfang, Nähe Niederweniger Str.
Am Turm befindet sich ein Aussichspunkt mit weitem Blick bis an den Rand des nördlichen Ruhrgbiets und bis zu den Langenberger Sendern.

Wasserturm Isinger Feld
Wasserturm Isinger Feld

Lage: Isinger Feld, Hochfeldstr.


3. Sonstige Anlagen

Anlagen, die zwar die gleiche Funktion wie klassische Wassertürme haben, aber wohl nicht als solche bezeichnet werden können.

Wasserturm Essen-Kettwig
Wasserturm Essen-Kettwig
Lage: Kettwig, Schmachtenbergstr.
Vom Straßenrand kaum zu erkennen. Keine Landmarke, nur vollständigkeitshalber aufgeführt. Stillgelegt.

Trinkwasseranlage Essen-Heidhausen
Trinkwasseranlage Essen-Heidhausen
Lage: Heidhausen, Preutenborbeckstr.
Weiträumig eingezäunt und von Bäumen umgeben. Nur am Tor ist ein Einblick möglich.
In unmittelbarer Nähe von Essens höchstem Punkt von 202 m ü. NN

Zeche Amalie
Zeche Amalie
Lage: Altendorf, Helenenstr.
Vermutlich gehört dieser Wasserturm zu dem im Hintergrund zu sehenden, stillgelegten Kraftwerk, dient also nicht der städtischen Trinkwasserversorgung. Die Zeche wurde 1966 stillgelegt. Sie liegt innerhalb des größtenteils abgerissenen Kruppschen Industriegeländes. Gesprengt am 17.05.2008

Erdbehälter Frankenstrasse
Trinkwasseranlage Frankenstrasse
Lage: Bredeney, Frankenstr. / Am Tann
Leider, oder besser erfreulicherweise ist von dieser aus vier Tanks bestehenden Anlage nicht mehr zu sehen als dieser Blick durch das Tor. So ist sie ein gutes Beispiel dafür, wie man hässliche Infrastrukturbauten völlig unauffällig in Wohngebiete integrieren kann.

Weitere Erdbehälter befinden sich in Kupferdreh (Niederweniger Str.), Kettwig (Meisenburgstr. und Am Bögelsknappen) und in Schönebeck (Aktienstr.). Diese Anlagen sind alle bauartbedingt kaum einsehbar und kein lohnendes Fotomotiv.

 

 

 


4. Trinkwasseranlage der Firma Krupp

Wasserwerk Hügel
Trinkwasseranlage der Firma Krupp
Lage: Bredeney, Am Tann

Rest der Trinkwasseranlage der Firma Krupp von 1875. Hierher, auf die Bredeneyer Höhe, wurde das Wasser aus dem Wolfsbachtal gepumpt, um es dann zur Villa Hügel und in die Wohnsiedlungen bzw. zur Gussstahlfabrik weiterzuleiten. Stillegung 1945.

 

Das Wasserwerk Wolfsbachtal (Bilder unten) wurde 1901 errichtet. Es pumpte aus 20 Rohrbrunnen das Wasser in das 113m höher und 6km entfernte Wasserwerk Hügel (Bild links). Damit wurde die Wasserversorgung für  die Villa Hügel, Fabriken und Wohnsiedlungen sichergestellt. Es wurde 1990 stillgelegt und 1992 unter Denkmalschutz gestellt.

Heutige Nutzung als Künstleratelier, kein öffentlicher Zugang.

Lage: Ruhrtalstraße 151 (jenseits der Bahnlinie) Google-Maps

 

Wasserwerk Wolfsbachtal

Wasserwerk Wolfsbachtal
Leider kann man das Grundstück nicht betreten

 

Die Kruppschen Ringe im Giebel
Die Kruppschen Ringe am Giebel
Externer Link Route Industriekultur

 Externer Link Weltweite Turmsammlung von Wolfgang Rau

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