Besteigung der Zugspitze (2962m) über Reintal
Wanderung durch das Reintal auf den Zugspitzgipfel
Vorbemerkung: Zugegeben, Zehntausende waren schon
vor mir oben. Das kann aber meine Freude nicht schmälern, wenn ich es
jetzt als 62-jähriger Rentner, Nichtsportler und Flachlandtiroler auch
geschafft habe. Man findet im Internet auch Berichte, nach denen es sich
um einen Stadtspaziergang handeln soll, den man in 7 Stunden erledigen kann.
Damit mögen junge, routinierte Bergwanderer auch Recht haben, mit denen
will ich mich aber nicht messen.
Ich beschreibe hier den Weg der Erstbesteigung von 1820,
den der Leutnant Karl Naus gegangen ist. Auf einer Länge von
etwa 22 km sind ca. 2220 Höhenmeter zu überwinden. Entsprechende
Kondition sowie Trittsicherheit sollte man mitbringen. An einigen
Stellen - auf dem Grat - vergisst man auch besser seine Höhenangst.
Einstufung laut
DAV (alpinwelt 1/2007): Schwere Bergwanderung. Erforderlich sind:
große Kondition, alpine Erfahrung, Trittsicherheit,
Schwindelfreiheit, kompl. Bergwanderausrüstung inkl. Wetterschutz. Dauer: 10-11,5 Std.
Einwandfreies, hochsommerliches Wetter ist für die 3. Woche
meines Urlaubs in Mittenwald vorhergesagt. Gerade der richtige Augenblick,
es jetzt zu versuchen. Die Tour habe ich auf 2 Tage aufgeteilt.

Das Ziel: die Zugspitze (rechts), links die
Alpspitze. Hier die Sicht auf die weitaus schwierigere Strecke über
den Höllentalferner.
Ansicht von Krün aus, ca. 24km entfernt.
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1. Tag, 5. Sept. 2006
08:10
Start am Olympiastadion in GAP
(ca. 740m NN). Diesjährig
werden hier erstmals Parkplatzgebühren von 3€ pro Tag
erhoben. Also wird in den naheliegenden Anwohnerstraßen geparkt.
Das ist offensichtlich der politische Wille.
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08:35
Die Partnachklamm wird erreicht. Eine der schönsten
Klammen der Alpen. 100m hohe Felswände, tosendes Wasser, manchmal
auch von oben (Regenjacke). Ein
sicherer Pfad durch teilweise dunkle Stollen führt hindurch.
09:00
Am Ausgang der Klamm. Jetzt folgt man der immer sanft ansteigenden, etwas langweiligen Forststraße in südlicher Richtung.

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10:25
Ankunft an der Bockhütte (1052m)
. Zeit für eine Brotzeit.
Hier beginnt das wesentlich reizvollere hintere Reintal,
das sich in westlicher Richtung erstreckt. Aus einer Talwanderung
wird endlich eine richtige Bergwanderung.
An der Partnach entlang,
die streckenweise versickert ist, führt der Weg vorbei an eine
großartige Gebirgs- landschaft mit bis zu 1500m hoch aufragenden
Fels- wänden, zu dem Partnach-Wasserfall und durch einen dichten
Wald.
Die berühmte "Blaue Gumpe", ein tiefblauer natürlicher
See der Partnach ist leider bei einem Unwetter im Aug. 2005
zerstört worden. Ein Fernblickvon oben
darauf und über das gesamte Tal ist noch hier zu sehen. |
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Hinteres Reintal
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Blick
in das Reintal vom Schachen aus.
Ungefähre Lage der Hütten:
K: Knorrhütte
R: Reintalangerhütte
B: Bockhütte
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Am Eingang des hinteren Reintales, die Partnach |

Partnachwasserfall

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Blick nach vorn Richtung Talende mit Wetter- und Plattspitzen, an dem es dann zügig zur Knorrhütte
aufwärts geht.
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Blick zurück Richtung Westen.
Hier war die "Blaue Gumpe", ein natürlicher kleiner
Stausee der Partnach.

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Blick zurück Richtung Schachen und Reintalangerhütte.
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12:30
Reintalangerhütte (1370m)
erreicht. Zeit für ein zünftiges
Mittagessen (Schweinebraten mit Nudeln). Da es für eine hier
mögliche Übernachtung noch viel zu früh ist, geht es nun
weiter zur Knorrhütte. Hinter der Reintalangerhütte geht es weiter aufwärts
über Geröllfelder und Wiesen und am Talabschluss recht steil
aufwärts und zunehmend rustikaler werdend. Aber so muss es sein.
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Reintalangerhütte |
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Ein geomorphologischer Lehrpfad & wissenschaftliche
Forschungsergebnisse in einer interaktiven
Kartenanwendung Knorrhütte
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15:25
An der Knorrhütte (2052m)
angekommen, das heutige
Etappenziel.
Meine erste Hüttenübernachtung steht mir bevor. Ich erwarte
hüttentypischen Komfort - und werde nicht enttäuscht:
-
Schlafraum mit 4 Matratzenlager und 2 Etagenbetten, von denen ich eines ergattere (wieso schläft eigentlich
der Schnarcher immer zu erst ein?)
-
Damen- und Herren-Waschraum mit 4 Waschbecken
und Wasser frisch vom Berg, das auch den hartnäckigsten
Morgenmuffel zur Stecke bringt
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Gutes Essen
-
Freundliche Wirtin
-
Nette Abendrunde
-
Alles Bestens!
:
Knorrhütte |
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| Der Verfasser muss sich hier rechts auch mal zeigen.
So
viel Stolz muss erlaubt sein. |
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Im Gastraum
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Wo sind bloß meine Schuhe?

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Sonnenuntergang auf der Knorrhütte |

Mondaufgang auf der Knorrhütte |
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Kurz vor 22 Uhr
(Hüttenruhe) gehe ich noch mal auf die Terrasse. Der fast volle
Mond am klaren Himmel beleuchtet gespenstig die Berge. Im Tal der
Nebel. Ein phantastischer Anblick, den man als Großstädter nur
selten erlebt. |
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Heutige Gehzeit incl. aller
Pausen: 7 1/4 Stunden

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